Eine wichtige Präsentation steht an? Sie wissen, dass Ihre Zuhörer kritisch sein werden? Ihre Präsentation ist der Einstieg in eine Preisverhandlung? Dann ist vor allem eines wichtig: In solchen Präsentationen erzielen Sie die größte Wirkung, wenn Sie 100-prozentig souverän auftreten. Mit diesen Anregungen gelingt Ihnen dieser starke Auftritt leichter:

Vorbereitung: Adrenalin abbauen

Die Aufregung vor einer wichtigen Präsentation und möglicherweise auch der Stress der Anreise sorgen dafür, dass Sie unter Adrenalin stehen, wenn Sie zu der Präsentation kommen. Das ist hinderlich, wenn Sie bei Ihren Zuhörern besonders souverän rüberkommen wollen. Die Zuhörer nehmen – oft ohne es zu merken – Ihre innere Anspannung wahr. Bringen Sie Ihren  Adrenalinspiegel nach unten, bevor Sie Ihrem Publikum gegenübertreten. Zum Beispiel so:

  • Arbeiten Sie das Adrenalin durch eine kleine körperliche Anstrengung ab: Wenn Sie mit dem Auto zum Kunden kommen, parken Sie ein paar hundert Meter entfernt und gehen Sie mit kräftigen Schritten das letzte Stück. Wenn das Meeting im 4. Stock stattfindet, wählen Sie die Treppen.
  • Machen Sie im Auto vor der Präsentation eine Entspannungsübung – zum Beispiel eine Atemübung.

Vorbereitung: In die Tiefatmung kommen

Entscheidend für eine souveräne Wirkung bei der Präsentation ist die Atmung.

Typisch für Stress und Anspannung ist eine schnelle, oberflächliche Atmung („Arbeitsatmung“) – der Körper versucht, möglichst schnell an Sauerstoff zu kommen.

Souverän und sicher wirken und sprechen Sie aber nur dann, wenn Sie sich in der Tiefatmung befinden, also ruhig und tief in den Bauch hinein atmen.

Eine Übung dazu, für die Sie sich auf jeden Fall vor der Präsentation ein paar Minuten Zeit nehmen sollten:

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Bildnachweis: © MAXFX – Fotolia.com

  • Lassen Sie die Luft beim Einatmen in den Brustraum und dann in den Bauch strömen.
  • Atmen Sie danach zuerst aus dem Bauch und dann aus dem Brustraum aus – und zwar langsam, etwa doppelt so lang wie das Einatmen.
  • Atmen Sie vollständig aus, bevor Sie den nächsten Atemzug machen. Machen Sie am besten eine kurze Pause mit leeren Lungen.
  • Wenn Sie wollen, können Sie während des Atmens in Gedanken auch zählen – zum Beispiel so: „1 – 2 – 3“ beim Einatmen – dann: „Pause“ – dann: „1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6“ beim Ausatmen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, die Übung ungestört – zum Beispiel im eigenen Büro – zu machen, legen Sie sich für die Übung flach auf den Boden und halten Sie jeweils eine Hand auf Brust und Bauch. Die daraus resultierende tiefere und entspanntere Atmung wird besonders wichtig, wenn es um Ihre Stimmlage während der Präsentation geht – doch zunächst zu Ihrer  Körperhaltung:

Am Anfang: Auf beiden Füßen stehen

Stellen Sie sich am Anfang Ihrer Präsentation mit beiden Beinen vor Ihre Zuhörer. Verlagern Sie nicht das Gewicht auf das eine oder andere Bein. Ebenso wenig sollten Sie hin- und hergehen. Der feste Stand auf beiden Beinen gibt Ihnen Sicherheit und signalisiert gleichzeitig mehr Ruhe und Festigkeit als die (leicht schräge) Haltung mit verlagertem Gewicht.

Erst mit der Präsentation beginnen, wenn alle ruhig sind

In dieser Position verharren Sie, bis alle Zuhörer ruhig sind. Beginnen Sie auf keinen Fall, wenn es noch Gespräche und Unaufmerksamkeit unter den Zuhörern gibt. Bitten Sie auch nicht um Ruhe („Darf ich nun um Ihre Aufmerksamkeit bitten?“). Ihr ruhiges Verharren sorgt schnell für die Aufmerksamkeit, die Sie brauchen.

Während der Präsentation: Glaubwürdiges Stimmmuster verwenden.

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Zurück zur Tiefatmung:
Sie ist die Voraussetzung für eine Art zu sprechen, die Glaubwürdigkeit ausstrahlt. Die Charakteristika dieses Stimmmusters sind:

  • Sie variieren die Stimme während des Sprechens kaum. Sie sprechen also in einer Tonlage.
  • Nur jeweils am Ende eines Satzes senken Sie die Stimme.

Sie setzen also durch das leichte Absenken der Stimme einen Punkt. Dadurch geben Sie Ihren Sätzen die Wirkung von feststehenden Tatsachen.
Der Zuhörer ist dadurch weniger dazu geneigt, Ihre Aussagen in Frage zu stellen. Wichtig: Diese Wirkung tritt nur dann auf, wenn Sie sich in der entspannten Tiefatmung befinden.

Sind Sie innerlich aufgeregt und atmen eher flach, wirkt diese Art zu sprechen nicht mehr glaubwürdig, sondern leicht aggressiv. Tipp: Üben Sie Tiefatmung und das glaubwürdige Stimmmuster auf jeden Fall mehrmals, bevor Sie die Technik in einer echten Präsentation anwenden. So bekommen Sie ein Gefühl dafür und merken, ob es Ihnen gelingt.

Hin und wieder leiser werden

Die Wirkung Ihrer Stimme steigern Sie noch, wenn Sie hin und wieder während des Vortrags leiser sprechen – zum Beispiel an einer besonders entscheidenden Stelle. Die Zuhörer müssen dann ein wenig die Ohren spitzen. Sie signalisieren damit nebenbei: Sie müssen nicht schreien. Sie sind sich Ihrer Aussagen und Ihrer Zuhörer vollkommen sicher!

Niemals von Folien ablesen

Wenn Sie mit Beamer und Folien präsentieren, lesen Sie niemals ab, was darauf steht. Nutzen Sie die Folien allein als Visualisierung Ihrer Aussagen. Greifen Sie Punkte daraus auf – aber lesen Sie niemals ab. Sonst entsteht der Eindruck, dass Sie Ihre Argumente gar nicht selbst vertreten!

Am Ende: Eine klare Botschaft

Auch mit der inhaltlichen Gestaltung unterstreichen Sie Ihre Sicherheit. Einer der wichtigsten Punkte: Beenden Sie Ihre Präsentation mit einer klaren Botschaft. Sagen Sie deutlich, was die
Zuhörer tun sollen: Ihnen den Auftrag geben, jetzt mit Ihnen über Details und Wünsche sprechen oder Ähnliches – sprechen Sie aus, was die logische und angemessene Folgerung aus Ihrer Präsentation ist.

Tipp: Wann Sie diese Techniken am wirkungsvollsten einsetzen – und wann nicht

Die hier vorgestellten Techniken dienen Ihnen dazu, sicherer und souveräner aufzutreten. Das ist zum Beispiel in diesen Situationen wichtig:

  • In der Präsentation oder dem Gespräch geht es um den Preis.
  • Sie erwarten, dass unter den Zuhörern Entscheider sind, die Ihrem Angebot gegenüber skeptisch eingestellt sind.

Doch diese ruhige und souveräne Wirkung ist nicht immer angebracht. In Situationen, in denen Sie Begeisterung rüberbringen und Ihre Zuhörer mitreißen wollen, sollten Sie eine dynamischere Art der Präsentation wählen.

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Helmut Seßler

Über Helmut Seßler

Helmut Seßler ist Gründer und Geschäftsführer der INtem-Gruppe. Seine Aufgaben sind INtem -Intervall-Trainings durchzuführen, sowie die Aus- und Weiterbildung der INtem Trainer. Weiterhin entwickelt er neuste Trainings wie z.B Limbic-sales –Emotionales Verkaufen, Achtsamkeitstraining u.a. Als NLP-Lehrtrainer, NLP Lehrcoach und MBA setzt er die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praxisorientierte Intervalltrainings um. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und hat mehr als 10 Bücher zu diesen Themen geschrieben.

Ein Kommentar

  • Makler Heidelberg sagt:

    Der Artikel ist wirklich toll. Das Thema hat mich
    schon interessiert und ich konnte hier noch einiges interessantes finden. Ich bin schon sehr gespannt, weitere Blogeinträge zu lesen. Danke und Grüße aus
    Heidelberg Marco Feindler

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