Entscheidungsfreude und -stärke sind Eigenschaften, die nicht nur von Personalverantwortlichen gern bei Führungskräften gesehen werden. Diese Eigenschaften mögen auch Mitarbeiter bei ihren Vorgesetzten. Sie bevorzugen den Chef, der nicht lange zögert, sondern beherzt die richtige Richtung vorgibt – besonders in Zeiten, die als herausfordernd empfunden werden. Grund genug für Sie als Führungskraft, Ihren Entscheidungsmuskel regelmäßig zu trainieren. Hier ein paar Anregungen dazu.

Der Volksmund spricht gern von der Qual der Wahl – viele Alternativen machen die Entscheidung umso schwieriger. Doch die Management-Erfahrung zeigt das Gegenteil. Gerade die  vermeintlich einfacheren Ja/Nein-Entscheidungen werden besonders gern auf die lange Bank geschoben. Entscheidungsfreude und -schnelligkeit kommen dagegen viel eher auf, wenn es  mindestens drei oder vier Alternativen gibt. Die Begründung liegt auf der Hand: Bei der einfachen Ja/Nein-Alternative stehen Sie vor einer Alles-oder-nichts-Entscheidung, die Ihnen keine Wahlfreiheit lässt. Haben Sie jedoch mehrere Alternativen, erleben Sie als Entscheider die Freiheit, die bestmögliche auszuwählen. Sie entscheiden, ob Ihr Team zusätzlich zu Produkt A den Vertrieb für Produkt B übernimmt. Bei der Ja/Nein-Entscheidungen stehen Sie dagegen an der Wand – besonders wenn die Vor- und Nachteile etwa gleich verteilt sind. Deshalb ist es sinnvoll,
immer weitere Alternativen mit in die Entscheidung hineinzunehmen, so dass Sie in dieser Situation z. B. vier Alternativen haben:

  • Vertrieb für Produkt B übernehmen.
  • Vertrieb für Produkt B nicht übernehmen und so lassen wie bisher.
  • Vertrieb für Produkt B nicht übernehmen, aber für Produkt C, an das bisher keiner gedacht hat.
  • Vertrieb für Produkt B testweise in Region X und für Produkt C in Region Y übernehmen und nach Testphase anhand gesicherter Zahlen für ein Produkt (oder beide) entscheiden.

Nutzen Sie die 48-Stunden-Regel

Wenn alle Fakten, die für eine Entscheidung wichtig sind, auf dem Tisch liegen, üben Sie sich in Schnelligkeit. Halten Sie sich dann strikt an die 48-Stunden-Regel: Treffen Sie Ihre Entscheidung
auf jeden Fall innerhalb von zwei Tagen. Wird diese Frist nicht eingehalten, drohen Zögern und unnötiges Vertagen. Halten Sie sich vor Augen: Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine  Entscheidung: und zwar dafür, es nicht zu tun!

Kein Festhalten

Wer viele Entscheidungen trifft, erwischt unweigerlich manchmal auch eine falsche. Stärke als Führungskraft zeigen Sie, wenn Sie die falsche Entscheidung eingestehen und nicht an ihr festhalten. Hier liegt einer der häufigsten Fehler von Führungskräften: Wenn der Chef an Entscheidungen festhält, die die Mitarbeiter bereits als falsch erkannt haben, ist Vertrauensverlust die unweigerliche Folge davon.

Tipp: So stärken Sie die Entscheidungsfreude Ihrer Mitarbeiter

Sind Sie manchmal genervt, dass Mitarbeiter wegen jeder kleinen Entscheidung zu Ihnen kommen? Dann fördern Sie die Entscheidungsfreude in Ihrem Team. Geben Sie Ihren Mitarbeitern dazu eine einfache Technik an die Hand: Treffen Sie jede Entscheidung mit Stift und Papier! Und zwar mit einer einfachen SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Gefahren). Für jede Alternative schreiben Sie die Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren auf. Meist ergibt sich schon daraus schnell die beste Entscheidung.

Helmut Seßler

Über Helmut Seßler

Helmut Seßler ist Gründer und Geschäftsführer der INtem-Gruppe. Seine Aufgaben sind INtem -Intervall-Trainings durchzuführen, sowie die Aus- und Weiterbildung der INtem Trainer. Weiterhin entwickelt er neuste Trainings wie z.B Limbic-sales –Emotionales Verkaufen, Achtsamkeitstraining u.a. Als NLP-Lehrtrainer, NLP Lehrcoach und MBA setzt er die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praxisorientierte Intervalltrainings um. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und hat mehr als 10 Bücher zu diesen Themen geschrieben.

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